Co-Designing Marine Biological Invasions’ Management
Der Panama-Kanal ist nicht nur ein enorm wichtiger Verkehrsweg, sondern hat auch eine ökologische Bedeutung. Allerdings führt die Lage zwischen zwei Ozeanen dazu, dass sog. invasive Arten eindringen. Wie man mit dieser Problematik umgehen kann, das will dies Vorhaben zusammen mit den Beteiligten herausfinden. Dank der Härle-Förderung kann das Projekt mit 2.500 Euro unterstützt werden.
Antragsteller
Dr. Gustavo Castellanos-Galindo(links)
Programmbereichsmanager und wissenschaftlicher Mitarbeiter
im Programmbereich "Coastal Resources" am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung
mit seinen ZMT-Kollegen Michael Kriegel (ganz rechts),
Prof. Dr. Achim Schlüter und Prof. Dr. Oscar Puebla
in Zusammenarbeit mit dem Smithsonian Tropical Research Institute in Panama und der Panama Canal Authority
Projektbeschreibung
Die Fördermittel werden für eine inklusive Co-Design-Phase eines zukünftigen transdisziplinären Forschungsprojekts zum Management biologischer Invasionen am Panamakanal bereitgestellt. Die jüngste Erweiterung dieser wichtigen Transportroute, die Atlantik und Pazifik verbindet, hat das Eindringen von Meeresarten in dieses System beschleunigt und die Wahrscheinlichkeit interozeanischer Meeresinvasionen erhöht. Die sozial-ökologischen Folgen sind bereits im Süßwasserbereich des Kanals spürbar, aber in den Küstenzonen rund um den Kanal weitgehend unbekannt.
Beteiligt werden sollen Menschen aus in Forschung, Management und Politik am Panamakanal, aber auch die Sektoren aus der Zivilgesellschaft, die direkt von den anhaltenden biologischen Invasionen betroffen sind wie z. B. Fischereigemeinden und die Tourismuswirtschaft. Die Co-Design-Phase bietet erstmals die Möglichkeit, alle Perspektiven zu der kritischen Situation im Kanal zu hören und diese sowie die Ideen zu Management und Minderung der Problematik in einen Projektvorschlag zu integrieren, der diese Herausforderung ganzheitlich angehen soll.
Die Wissenschaft wird vertreten durch Forscher:innen vom ZMT, dem Smithsonian Tropical Research Institute, der Universidad de Panama und der Universidad Maritima de Panama. Der Management- und Politiksektor wird z. B. durch die Panama Canal Authority und die Panama Fisheries Authority repräsentiert sein. Hinzu kommen Menschen aus der direkt betroffenen Zivilgesellschaft (Fischerei, Tourismus). Um zu vermeiden, dass wichtige Akteure übersehen werden, soll ein umfassendes Stakeholder-Mapping durchgeführt werden. Anschließend sollen in einem Workshop in Panama-Stadt alle identifizierten Akteure zusammenkommen, um die sozial-ökologischen Dynamiken biologischer Invasionen zu diskutieren. Diese frühe Co-Design-Phase wird die Grundlage für einen zukünftigen Forschungsantrag legen, der die Perspektiven aller relevanten Interessengruppen in Strategien zur Bekämpfung invasiver Arten im Panamakanalgebiet und darüber hinaus zusammenführt.
Dieses Projekt zielt darauf ab, eine der Hauptursachen für den Verlust der Biodiversität auf unserem Planeten anzugehen: das Eindringen nicht-heimischer Arten, die in ihren neuen Verbreitungsgebieten invasiv werden. Die Steuerung der Einführung invasiver Meeresarten am Panamakanal ist eine Aufgabe, die zeitnah angepackt werden sollte. Noch steht die Bedrohung des örtlichen Ökosystems am Anfang, so dass die gemeinsame Entwicklung von Managementstrategien zu diesem Zeitpunkt weder für Umwelt noch für die Gesellschaft zu kostspielig werden könnte. Im Verlauf des Invasionsprozesses werden Management und Minderung schwieriger werden, was nicht nur für Panama, sondern für die gesamte Region Amerikas sozioökologische Auswirkungen haben wird.
Hier kann man in einem Interview, das der Deutschlandfunk im März 2025 mit Gustavo Castellanos-Galindo geführt hat, in knappen 5 Minuaten etwas mehr über die Situation am Panamakanal erfahren:
https://www.deutschlandfunk.de/immer-mehr-invasive-raubfische-im-panamakanal-100.html
