Korallenriffe vor El Salvador in Los Cóbanos

Xochitl Edua Elias Ilosvay

Masterstudentin im Fachbereich 2 - Biologie/Chemie - der Universität Bremen

http://www.uni-bremen.de/fb2

Über die Korallenriffe des tropischen Ostpazifiks weiß man bisher wesentlich weniger als über Riffe im Indopazifik bzw. der Karibik.

Der tropische Ostpazifik ist eine der isoliertesten Ozean-Regionen der Welt. Er ist durch die ostpazifische Barriere vom Indopazifik und durch die Landmasse von Mittelamerika von der Karibik isoliert. Wissenschaftler/innen glaubten, dass Korallenriffe im Ostpazifik unmöglich waren und führten dafür den niedrigen Salzgehalt und pH-Wert, die hohen Temperaturen während El Niño bzw. die niedrigen Temperaturen während La Niña an. Heutzutage weiß man, dass es sechs wichtige Korallen-Ansiedlungen entlang des tropischen Ostpazifiks gibt. Eine dieser besonderen Stellen ist Los Cóbanos, in Sonsonate, El Salvador im sog. Panamischen Isthmus, mit der höchsten Diversität des tropischen Ostpazifiks.

Die Küste El Salvadors ist 321 km lang und hauptsächlich von Sandstränden dominiert, aber es gibt einige felsige Teile. Nur in Los Cóbanos scheinen geeignete Bedingungen für das Wachstum riffbildender Korallen zu herrschen. Im allgemein weiß man sehr wenig über das Funktionieren des Riffs, viele Arten sind noch nicht beschrieben worden und die benthische Gemeinschaft ist unerforscht 2007 war die durchschnittliche Korallenbedeckung mit Porites lobata in Los Cóbanos 30%. Nach El Niño von 2015 sind 50% der existierenden Korallenbedeckung verloren gegangen. Außerdem lebt die lokalen Bevölkerung von der Küstenfischerei, die einen zusätzlichen Druck auf das Riff ausübt, auch wenn dies keine industrielle Fischerei ist. Gefangen werden pflanzenfressende Fischarten, d.h. solche, die das Algenwachstum eindämmen. Deshalb nimmt in Los Cóbanos wie in anderen Korallenriffen der Welt die Algenbedeckung zu und die Korallenbesiedlung ab. Die Makroalgen in Los Cóbanos scheinen von der hohen Nährstoffkonzentration und von der abnehmenden Zahl der Pflanzenfresser zu profitieren,

Das Ziel dieser Arbeit ist die erstmalige wissenschaftliche Beschreibung der benthischen Gemeinschaft in Los Cóbanos sowie die Untersuchung der Auswirkung der Abwesenheit von Pflanzenfressern auf die Makroalgen-Korallen Dynamik. Mit Hilfe von Transekten soll die Bedeckung der unterschiedlichen benthischen Organismen bestimmt werden. Unter Einsatz von Käfigen soll die Abwesenheit von Pflanzenfressern simuliert werden, um die Hypothese zu überprüfen, dass die benthische Gemeinschaft von Algen dominiert ist und dass unter den experimentellen Bedingungen der Überfischung die Makroalgenbedeckung zunimmt und P. lovata überwächst.

Die KELLNER & STOLL - STFTUNG fördert die Untersuchungen in Honduras, um die Wissensbasis zum einzuleitenden Schutz von Korallenriffen zu verbessern, mit 1.100 Euro.