Meeresspiegelanstieg im Volta Delta

Philip-Neri Jayson Quashigah

Doktorand an der University of Ghana

Gaststudent am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung und dem marum der Universität Bremen

Der Klimawandel wird spürbar

Auch in Afrika macht sich der Klimawandel bemerkbar. Das gilt auch für das Volta-Delta in Ghana, das besonders gefährdet durch Meeresspiegelanstieg, Überflutungen, Stürme, Versalzung, Küstenerosion und Landabsenkung ist. Mittlerweile ist allgemein bekannt, dass für ein Küstenzonenmanagement unter den Anforderungen der klimabedingten Veränderungen das Verständnis der historischen Entwicklung der Küstenlinien sehr bedeutsam ist. Nur, wer versteht, wie sich im Laufe der Jahre Flussmündungen ihre Gestalt gewandelt haben, versteht auch die Mechanismen dahinter und kann Maßnahmen für einen wirksamen Küstenschutz ergreifen.

Ziel von Philp-Neri Jayson Quashigah im Rahmen seiner Forschungen für seine Promotion ist es, Modellierungssysteme für ein nachhaltiges Management von Flussmündungen zu entwickeln. Wenn die räumlichen und zeitlichen Zusammenhänge zwischen den bio-physikalischen Dynamiken besser verstanden sind, können auf dieser Basis geeignete, präventive Management- und Politikentscheidungen getroffen werden. Solche Modelle fehlen gerade auch im Volta-Delta, dessen Verwundbarkeit im Klimawandel zunehmen wird bzw. schon zugenommen hat.

Im einzelnen geht es Philp-Neri Jayson Quashigah um

1.      Rekonstruktion von historischen Daten über die Dynamik der Küstenlinien im Delta

2.      Modellierung der Einflussfaktoren auf die Dynamik der Küstenlinien innerhalb des Deltas

3.      Prognosen über zukünftige Dynamiken unter der Berücksichtigung der RPC-Szenarien („Repräsentative Konzentrationspfade“ - Representative Concentration Pathways. Diese neuen Szenarien werden von frei arbeitenden Wissenschaftlern/Wissenschaftlerinnen erarbeitet und stützen sich auf Ergebnisse aus der Literatur. Aus diesen Szenarien werden Klimaänderungsmodelle errechnet.) des IPCC (Intergovernmental Panel on climate Change).

Die KELLNER & STOLL - STIFTUNG hält den Forschungsansatz für vielversprechend, begrüßt insbesondere auch die Zusammenarbeit der Universitäten Ghana und Bremen sowie des ZMT. Sie fördert deshalb den Gastaufenthalt, um die in Bremen aus vorausgegangenen Forschungsvorhaben vorhandenen Daten, unter ihnen Satellitenbilder, auszuwerten, mit insgesamt 1.500 Euro.