MPA-Management nach dem Resilienzprinzip

Daniel Ortiz

Masterstudent am ISATEC (International Studies in Aquatic Tropical Ecology) der Universität Bremen, Fachbereich 2 - Biologie/Chemie
www.isatec.uni-bremen.de/en/isatec 

in Verbindung mit dem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT)
www.zmt-bremen.de

Um die Gesundheit von Korallenriffen zu überprüfen, will Daniel Ortiz einen neuen Ansatz verfolgen, der darauf beruht, die Resilienz des Riffs in den Blick zu nehmen und zu bewerten.

Um dem Verlust von Korallenriffen weltweit zu begegnen, werden Schutzgebieten, sog. Marine Protected Areas (MPA) geschaffen. Gegenüber den bislang üblichen Methoden, die Wirksamkeit eines solchen Meeresareals zu messen, basiert der Resilienansatz darauf, das gesamte Riffsystem und seine Widerstandsfähigkeit zu betrachten. Statt starrer Beobachtung einzelner Parameter geht es Daniel Ortiz um die Prozesse im Riffgeschen.

Erproben wird er seinen Ansatz auf Sulawesi, Indonesien, im Bunaken National Marine Park. Ein halbes Jahr lang werden Proben genommen. Vor allem werden Filmaufnahmen angefertigt, um dann anschließend analysiert zu werden. Dies geschieht in Hinblick auf Intensität und Häufigkeit der Fraßvorgänge von Pflanzen, die dezidiert ermittelt werden. Um mehr auch über die Fleisch fressenden Riffbewohner zu erfahren, wird getrockneter Tintenfisch als Köder eingesetzt. Auch diese Vorgänge werden aufgenommen und genau ausgewertet. Weitere Indikatoren müssen betrachtet werden wie z.B. die Höhe der Pflanzensode in den Riffen u.v.a.m.

Wenn die Resilienz basierte Monitoringmethode funktioniert, kann ein sehr wichtiger Beitrag zum Erhalt der Biodiversität von Korallenriffen geleistet werden. Allein im Norden Sulawesis, dem Untersuchungsgebiet, sind über 400 Arten nachgewiesen. Der Meeresnationalpark liegt zudem strömungsgünstig, so dass die Larven gute Voraussetzungen finden, sich zu verbreiten. Indem die Fähigkeit der Korallen, sich im MPA zu verstärken, näher erforscht wird, kann das Wachstumspotenzial eines Riffs abgeschätzt werden. Gleichzeitig können daraus Schlüsse gezogen werden hinsichtlich seiner Fähigkeiten, für das Ökosystem und die Menschen, die davon abhängen, dass es seine Funktionen z.B. für die Fischbestände aufrecht erhalten kann, Dienstleistungen zu erbringen und Biodiversität zu garantieren.

Die Stiftung hält den Resilienzansatz für ein vielversprechendes Werkzeug und fördert deshalb den Forschungsaufenthalt von Daniel Ortiz mit 1.500 Euro.