Naturschutz und invasive Arten auf Galapagos

Jonas Letschert

Masterstudent am ISATEC (International Studies in Aquatic Tropical Ecology) der Universität Bremen, Fachbereich 2 - Biologie/Chemie
www.isatec.uni-bremen.de/en/isatec 

in Verbindung mit dem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT)
www.zmt-bremen.de

sowie der Charles Darwin Forschungsstation auf Santa Cruz, Galapagos

Dieses Projekt und ein weiteres auf Galapagos stehen miteinander in Zusammenhang.

Das Galápagos Archipel ist für seine einheimische Flora und Fauna bekannt, welche einzigartig auf der Erde ist und viele Menschen anzieht. Es kommen Jahr für Jahr mehr Touristen nach Galápagos, welche oft Tiere und Pflanzen von anderen Teilen der Welt unabsichtilich mit sich führen. Im marinen Raum passiert so etwas häufig durch den Bewuchs von Schiffsrümpfen oder das Entladen von Ballastwasser. Eingewanderte Arten können dann einheimische Arten ernsthaft gefährden, indem sie deren Platz im Ökosystem streitig machen. Zudem haben eingewanderte Arten oft keine natürlichen Fressfeinde, wodurch sie sich unkontrolliert vermehren können. Spätestens dann nennt man sie auch invasive Arten.
Eine neue Studie über Galápagos berichtet von sechs invasiven Arten, die das Ökosystem schwer schaden könnten, wenn sie sich weiter verbeiten. Zusätzlich befinden sich unter den vorkommenden marinen Tieren und Pflanzen von Galápagos 41 auf der roten Liste (IUCN).
In den letzten Jahren gab es einige Studien, die ein erhöhtes Vorkommen von invasive Arten in Meeesschutzgebieten nachgewiesen haben. Deshalb ist es dringend notwending, mehr über die Interaktion von hoch geschützten Gebieten und invasiven Arten zu erfahren. Hier setzt das Forschungsprojekt von Jonas Letschert an.

Die Forschungsstation in Puerto Ayora (Galapagos)

Der Hafen von Puerto Ayora

Jonas Letschert wird Vielfalt und Vorkommen von invasiven Arten in verschiedenen Zonen des Galapagos Marine Reserve, d.h. des Meeresschutzgebietes, zu bestimmen. Diese Zonen unterliegen verschiedenen Naturschutzniveaus und somit unterschiedlichem menschlichen Einflüssen. Die Ergebnisse sollen zeigen, ob invasive Arten vermehrt in Zonen mit einem hohen Naturschutzniveau vorkommen, verglichen mit Zonen, die weniger geschützt sind.
Mit der Studie soll ein Beitrag zur Planung von effektiveren Meeresschutzgebieten und insbesondere dem Galapagos Marine Reserve geliefert werden.

Marine Iguana (Meerechse), die einzige Art, die im Salzwasser jagt und nur auf auf Galapagos vorkommt.

Die KELLNER & STOLL - STIFTUNG hält den Ansatz, den Widerspruch von Naturschutz und Gefährdung heimischer Arten zu untersuchen, für vielversprechend. Deshalb fördert Sie das Vorhaben mit insgesamt 1.700 Euro.