SCIPIO - sauberes Trinkwasser

Theodor Hillebrand (oben Mitte)
sowie
Yannik Auth (links oben),
Konstantin Tscherkaschin (rechts oben),
David Horch (rechts unten) und
Maike Tadikken

Studierende an der Universität Bremen im Bereich Elektro- und Informationstechnik (Master bzw. Diplom) sowie zusätzlich Wirtschaftsingenieurwesen (Bachelor)

Den Projektflyer (in Englisch) findet man hier.

Das SCIPIO-Team will sich nicht damit abfinden, dass 1,5 Milliarden Menschen auf der ganzen Welt darunter leiden, dass die Ressource Wasser vor ihren Füßen liegt, sie dieses aber nicht für sich zum Verzehr nutzbar machen können, und arbeitet mit Hochdruck an seiner Erfindung.

SCIPIO steht für "Scientific Purification Indicator". Das kleine Gerät, ein dank einer Solarzelle energieautarker UV-Stick mit einem Durchmesser von 1,8 cm und einer Länge von 12 cm, besitzt keine Verschleißteile, ist robust und kann auch von Kindern und Analphabeten bedient werden. Vor allem aber leistet es Erstaunliches.

Die Anwendenden befüllen eine Flasche mit bakteriell verunreinigtem Wasser und geben den SCIPIO mit hinein. In der Flasche misst SCIPIO die Neigung der Flasche, die Intensität der UV-Einstrahlung sowie die Temperatur. Das UV-Licht, das im Sonnenlicht enthalten ist, tötet die Krankheitserreger ab. Nach Erreichen eines ausreichenden Reinigungsgrades teilt SCIPIO mittels Piktogrammen mit, dass das Wasser nun zum Verzehr geeignet ist. In einem späteren Schritt wird auch zu sehen sein, ob es frei von Schwermetallen ist.

Damit adressiert SCIPIO ein weltweit und insbesondere in Entwicklungsländern äußerst relevantes Problem: Wasser wird oft nur unzureichend gereinigt und ist damit verantwortlich für viele - vermeidbare - Krankheiten. Oder das Wasser muss sehr aufwändig unter Einsatz von Ressourcen (z.B. Holz) bzw. alternativ Chemie (z.B. Chlor) trinkbar gemacht werden. Ferner kommen meist sehr aufwändige Filtertechniken zum Einsatz. Ein weiteres Problem ist die Haltbarkeit bzw. der Tansport des gereinigten Wassers. Mit SCIPIO kann immer und vor allem vor Ort so viel Wasser aufbereitet werden, wie gerade benötigt wird. Und der Stick zeigt an, wenn das Wasser nicht mehr genießbar ist.

SCIPIO wird seit etwa einem Jahr von den Studierenden entwickelt. Im Vordergrund ihrer Motivation steht, Menschen zu helfen. Aber SCIPIO wird nur dann ein Erfolg, wenn auch das Team erfolgreich ist und seine Entwicklung bekannt machen und die Funktionsfähigkeit unter Beweis stellen kann.

Drei Institute der Universität Bremen unterstützen die fünf Forschenden bei der Entwicklung:

  • das Institut für Theoretosche Elektrotechnik und Mikroelektronik ITEM.me
  • das Institut für Mirkosensoren, -aktoren und -systeme (IMSAS)
  • und das Instiut für Umweltphysik (iup)

Mit seiner Idee hat das Team am größten deutschen Wettbewerb für Elektrotechnikstudierende, der Cosima (www.cosima-mems.de) oder Competition of Students in Microsystems Applications, im November 2014 in München mit einem funktionsfähigen Prototyp teilgenommen - und gewonnen, d.h. sie haben damit die Teilnahmeberechtigung am internationalen Wettbewerb iCan in Anchorage 2015 erworben. Die Universität hat in einer Pressemitteilung am 25.11.2014 darüber informiert. Im Frühjahr 2015 folgte dann der Förderpreis des Engineering-Dienstleisters Ferchau. Des Weiteren platzierte sich das SCIPIO-Team in einem internationalen Wettbewerb der Firma Texas Instruments unter den Top20.

Am 22. Juni 2015 konnte das Team seinen bisher größten Erfolg verbuchen: Es gewann in Anchorage, Alaska, den 1. Preis in einem internationalen Wettbewerbsumfeld bei der iCan (International Contest of Applications in Nano-Micro Technologies 2015).

Die Universität berichtet auf ihrer Internetseite darüber wie folgt:

Die KELLNER & STOLL - STIFTUNG hält den Einsatz des kleinen Geräts für sehr vielversprechend. Besonders erfreulich ist, dass hier die Technik eingesetzt wird, um nicht nur zu messen - d.h. einen Zustand festzustellen - sondern einen aktiven Beitrag dazu leisten soll, ihn zu verbessern. Das Kuratorium hat deshalb entschieden, die Herstellung der benötigten Platinen mit 1.500 EURO zu unterstützen. Außerdm ist es einem zweiten Antrag gefolgt und unterstützt die Durchführung eines Feldtests zur Optimierung des Sticks mit weiteren 1.000 EURO.

Cosima und alle anderen Wettbewerbe waren und sind unabhängig von der jeweiligen Platzierung für das Team SCIPIO von großer Wichtigkeit, da die Studierenden so die Möglichkeit bekommen, ihre Idee einem breiten Fachpublikum vorzustellen.

Nicht nur die KELLNER & STOLL - STIFTUNG ist von dem Projekt überzeugt. Ein anderer Sponsor, die SALT AND PEPPER Nord GmbH, berichtet von der Zusammenkunft der Sponsoren und Unterstützer am 12.02.2015 in der Schaubox des Universums in einer eigenen Pressemitteilung. Der Niederlassungsleiter, Alexander Meyer, wird wie folgt darin zitiert: „SALT AND PEPPER unterstützt dieses Projekt mit voller Überzeugung und drückt dem Scipio Team für die weitere Forschung aber auch für den Wettbewerb in Alaska die Daumen. Das Engagement dieses Teams ist einfach klasse! Macht weiter so, wir stehen voll und ganz hinter euch.“

Die Begrüßungsworte sprach die Vorsitzende des Kuratoriums der KELLNER & STOLL - STIFTUNG, Dr. Rita Kellner-Stoll. Sie verwies dabei auf die vielen Nachhaltigkeitsaspekte, die dieses studentische Projekt adressiert.