Veröffentlichung zur Synthetischen Biologie

Dr. Bernd Moritz Giese - Mitarbeiter
Prof. Dr. Arnim von Gleich - Dekan

Fachbereich 4 - Produktionstechnik

Fachgebiet 10 - Technik Gestaltung und Technologie Entwicklung

www.tecdesign.uni-bremen.de

www.synbiota.uni-bremen.de


 

Auf YouTube gibt es einen Film, der kurz erläutert, worum es bei der Synthetischen Biologie oder der Biologie 2.0 geht:
http://www.youtube.com/watch?v=3C0V7tua_-g

Die Synthetische Biologie ist ein neues Forschungs- und Entwicklungsfeld mit vielen Chancen, aber auch Risiken für die Umwelt. Anwendung findet sie z.B.  bei der Energieerzeugung auf der Basis erneuerbarer Quellen unter Vermeidung von Biomasseverbrauch bzw. Flächenkonkurrenz, beim Ersatz umweltbelastender chemischer Prozesse, bei der Entwicklung nachhaltiger Produktionsprozesse unter größtmöglicher Abfallvermeidung sowie allgemein in der Umwelttechnik und der industriellen Biotechnologie. Neben ihrer bioökonomischen Bedeutung können viele ihrer Anwendungen aber auch einen schädigenden Einfluss auf die Umwelt und die Biodiversität entfalten, falls keine entsprechenden Vorkehrungen und Anpassungen getroffen werden. Um die Gefahren rechtzeitig in den Blick zu nehmen und die Potenziale der neuen Technologie ohne ihre Risiken richtig ausschöpfen zu können, bedarf es eingehender Untersuchungen, die mit einer neuen Publikation unter Federführung Bremer Wissenschaftler aus dem Fachbereich Produktionstechnik angestoßen werden.

Die von der KELLNER % STOLL - STIFTUNG geförderte Veröffentlichung will die Ergebnisse eines mehrjährigen, vom Bundesforschungsministerium unterstützten Projekts und die Resultate eines Gutachtens für das Büro für Technikfolgenabschätzung in geeigneter Form der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Noch hat die Synthetische Biologie bei Weitem nicht den Bekanntheitsgrad der Gentechnik erreicht, mit Bezug auf die zu erwartenden Folgen muss ihr jedoch ein noch höherer Stellenwert eingeräumt werden. Darum kommt es heute darauf an, den sprichwörtlichen Teufel nicht mit dem Beelzebub auszutreiben.


Die Veröffentlichung geht nicht nur auf die naturwissenschaftlichen Aspekte ein, sondern auch auf wissenschaftsphilosophische und wissenschaftspolitische Hintergründe und beschreibt gut begründet die erwartbaren Folgen, d.h. sowohl die Chancen- als auch die Gefährdungspotenziale, die mit den absehbaren Entwicklungen auf diesem Gebiet verbunden sein werden.

Darüber hinaus werden Anregungen für eine zukünftige vorsorgeorientierte Förderpolitik gegeben und als Orientierung für die aktiven Wissenschaftler/innen abseh- bzw. vertretbar risikoarme Entwicklungspfade der Synthetischen Biologie entworfen. Hinweise für die weitere wissenschaftliche und gesellschaftspolitische Begleitung sowie für die Gestaltung der rechtlichen Rahmenbedingungenergänzen die Darstellung.

Die Veröffentlichung ist in intensiver Zusammenarbeit mit einigen der wichtigsten Expertinnen und Experten auf diesem Gebiet unter Beteiligung von Förderinstitutionen und zivilgesellschaftlichen Akteuren entstanden. Die Publikation erscheint beim Berliner Verlag ‚edition sigma‘, einem auf dem Gebiet der Technikbewertung und Technikfolgenabschätzung renommierten Verlagshaus.

Die KELLNER & STOLL - STIFTUNG fördert die Veröffentlichung mit 2.000 EUR, weil sie einen wissenschaftlichen und einen gesellschaftspolitischen Diskurs über diese neue Technologie für nötig hält. Sie möchte eine Debatte über das neue Forschungsfeld konstruktiv begleiten, um einen Beitrag dafür zu leisten, dass die Chancen aus der Synthetischen Biologie in Hinblick auf den Schutz der Umwelt und der natürlichen Ressourcen zur Anwendung kommen und rechtzeitig Maßnahmen ergriffen werden, um sogenannte rebound-Effekte zu verhindern.

Die Veröffentlichung ist im Herbst 2015 unter dem Titel "Lebendige Konstruktionen - Technisierung des Lebendigen, Potenziale, Grenzen und Entwicklungspfade der Synthetischen Biologie" bei Nomos in der edition sigma, Baden-Baden, mit der ISBN 978-3-8487-2516-8 (Print) bzw. 978-3-8452-7132-3 (ePDF) erschienen.