Untersuchungen zu menschengemachten Störungen an Korallenriffen

Hannah Scarlett Earp

Masterstudierende am ISATEC (International Studies in Aquatic Tropical Ecology) der Universität Bremen, Fachbereich 2 - Biologie/Chemie
www.isatec.uni-bremen.de/en/isatec 

in Verbindung mit dem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT)
www.zmt-bremen.de

sowie dem Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie (MPI), Bremen
www.mpi-bremen.de und der Gump Station, Moorea, Französisch Polynesien

Dieses interdisziplinäre Forschungsprojekt, welches die Aspekte Korallenriffökologie und Sozialwissenschaften beinhaltet, wird neue Untersuchungsmethoden zur Nährstofflimitierung von Algen in Riffsystemen testen und das damit verbundene sozioökologische System auf Moorea, Französisch Polynesien, studieren.

Bislang wurde nur untersucht, wie Algen auf Nährstoffanreicherung von Stickstoff und Phosphat reagieren, nicht jedoch, welchen Einfluss Eiseneinträge in das Meer haben, die z.B. aus Schiffswracks und anderen, von Menschen gemachten Gegenständen oder Installationen stammen. Dies soll nun im Projekt von Hannah Earp am Beispiel von zwei Braunalgenarten (Lobophora variegata & Dictyota spp.) mittels nährstoffinduzierter Fluoreszenzversuche bestimmt werden. Die Experimente werden entlang eines anthropogenen Störungsgradienten durchgeführt. Dieser basiert auf Bevölkerungsdichte und anderen Faktoren wie dem Vorhandensein von den bereits erwähnten Schiffwracks, welche die Verfügbarkeit von Nährstoffen und insbesondere Eisen für Algen beeinflussen können. Darüber hinaus werden lokale Interessensgruppen wie Fischer und Beteiligte der Tourismusindustrie interviewt. Diese Befragungen sollen helfen, einen besseren Einblick in das Verständnis der verschiedenen Sektoren über den Wert und die Bedrohungen für die Riffe Mooreas zu erhalten. Die erhobenen Daten werden analysiert und genutzt, um eine angemessene Bildungskampagne für ein besseres ökologisches Verständnis unter der lokalen Bevölkerung in Französisch Polynesien zu konzipieren.

Letztendlich wird dieses Projekt auch eine wichtige globale Bedeutung haben, da seine Daten im Rahm des Großprojektes „IRON“ weiter mit den Resultaten von Studien an karibischen Riffen verglichen werden.

 
Versuchsanordnung für die Pulsamplitudenmethode

Die KELLNER & STOLL - STIFTUNG fördert das Projekt mit dem offiziellen Titel "Pulsamplitudenmodulation (PAM) als potenzielle Methode zur Untersuchung der „Eisen-Hypothese“ entlang menschgemachter Störungsgradienten auf Korallenriffen in Moorea, Französisch Polynesien, und das Verständnis dieser Bedrohung für das Riff unter den darauf angewiesenen Nutzern", weil es methodisch neu ist und den Fokus nicht nur auf von Menschen verursachte Störungen im Ökosystem legt, sondern auch Vorschläge für ein verbessertes Bewusstsein der lokalen Bevölkerung erarbeitet und damit an den Ursachen der Umweltzerstörung ansetzt, mit 1.500 EURO.