Europas Verantwortung für die Korallenriffe

 

Dr. Sonia Bejarano (im Bild links)

Leiterin der Arbeitsgruppe "Reef Systems Research"
am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung, Bremen

www.leibniz-zmt.de

Im Rahmen des Internationalen Jahres der Riffe 2018 findet in Bremen im Haus der Wissenschaft eine Tagung statt, die sich mit der Verantwortung und dem Respekt Europas für die tropenschen Korallenriffe auseinandersetzt.

Viele, auch Europäer, genießen die Schönheit der Riffe. Einige, unter ihnen Dr. Sonia Bejarano vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung in Bremen, haben ihre wissenschaftliche Leidenschaft für sie entwickelt und widmen sich vor allem den Problemen der Riffe. Diese resultieren u.a. aus dem Klimawandel, der Überfischung, der Verschmutzung der Meere, der Versauerung der Ozeane und der Zerstörung auch durch den Tourismus. Kommen mehrere Faktoren zusammen, ist die Existenz der Riffe besonders stark bedroht.

Das CAPTURE-Kolloquium versammelt bekannte Forschende aus aller Welt versammeln, um

  • zu zeigen, wie und warum die Zerstörung und der Schutz der tropischen Korallenriffe nicht nur Nationen in den Tropen, sondern auch in Europa und der Welt betreffen,
  • neue proaktive Wege zu finden, die Wissenschaft, praktisch Arbeitende und Regierungen als Reaktion auf die sich schnell entwickelnde Krise der Korallenriffe einschlagen können, und
  • zu untersuchen, ob und wie diese Ansätze zu einer verlängerten Lebensdauer der Riffe, ihrer biologischen Vielfalt und ihrer Ökosystemdienstleistungen führen können.

Die Veranstaltung adressiert jedoch nicht nur Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die Bremer Öffentlichkeit wurde bereits während der Maritimen Woche zum offenen Teil der Veranstaltung eingeladen. Auch die regionalen Medien werden verstärkt einbezogen.

Die preisgekrönten Filmemacher Claudia und Hendrik Schmitt von „The Jetlagged“ moderieren eine Fragerunde dazu, wie drängende wissenschaftliche Fakten der Öffentlichkeit kommuniziert werden können und welche Bedeutung wissenschaftliche Filme dafür haben. „The Jetlagged“ zeigen mit „The Patterns of the Oceans“ auch eine Dokumentation in Spielfilmlänge.   

Das CAPTURE Kolloquium bringt Wissenschaft, Management und Nicht-Regierungsorganisationen zusammen, um Handlungsansätze für die Zukunft der Riffe und all derer, deren Wohlergehen davon abhängt, zu erarbeiten. Der Transfer dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Öffentlichkeit ist ein elementarer Schritt, um Bewusstsein für die Lage und Handlungsbereitschaft zum Erhalt der Korallenriffe zu schaffen. Zum ersten Mal werden Expertinnen und Experten aus der ganzen Welt traditionelle Schutzmaßnahmen mit neuen, proaktiven Herangehensweisen zum Schutz der Riffe vergleichen. So sollen Rückschlüsse auf Wirkungsweise und Effizienz der Maßnahmen gezogen werden mit dem Ziel, den Bedarf an innovativen Forschungsansätzen kritisch abzuschätzen. Die Zusammenstellung der wichtigsten Daten und Fakten zu Korallenriffen für europäische und außertropische Länder stellt das zentrale Ergebnis des Kolloquiums dar, das die Rolle dieser Länder in die Krise der Korallenriffe definiert. CAPTURE informiert in Deutschland und Europa über den globalen Wert der Korallenriffe. So ermöglicht diese Veranstaltung das tiefgreifende Verständnis dafür, welche Leistungen Korallenriffe erbringen und welchen Einfluss sie auf unser Leben und Wohlergehen haben, auch hier weit entfernt von tropischen Meeren.

Die KELLNER & STOLL-STIFTUNG begrüßt nicht nur die internationale Ausrichtung der Tagung, sondern auch die Fragestellung hinsichtlich der Verantwortung Deutschlands und Europas sowie die Einbeziehung der Bremer Öffentlichkeit. Sie fördert deshalb die Veranstaltung mit 1.500 Euro.

Eindrücke von der Konferenz im Haus der Wissenschaft, Bremen