Klimawandel und Korallenresilienz

 

Anna Koester, M.Sc.
PhD-Studentin und Mitarbeiterin
im Fachbereich 2 (Biologie/Chemie) der Universität Bremen
in der Arbeitseinheit "Marinie Ökologie"

https://www.uni-bremen.de/fb2/
https://www.uni-bremen.de/marine-ecology/

Der Klimawandel macht auch vor Paradiesen nicht halt.

Auf den Seychellen gibt es noch fast unberührte, von Fischerei und allzu viel Tourismus noch nicht beeinträchtigte Korallenriffe, u.a. das Aldabra Atoll. Es gehört zum UNESCO Welterbe. Aber alles dies konnte es nicht vor einer Korallenbleiche schützen.

Da die sonstigen Einflussfaktoren gering sind, kann man davon ausgehen, dass diese Bleiche im Wesentlichen eine Konsequenz des Klimawandels aufzeigt.

Die Resilienz von Korallenriffen zu verstehen, ist ,von hoher Bedeutung in der Wissenschaft und eine wichtige Priorität im Naturschutz. Die Forschung in diesem Bereich hat sich von ersten theoretischen Ansätzen und der Entwicklung von Resilienz-Indikatoren bis hin zu angewandten Studien sowie Leitlinien für den Schutz von Korallenriffen entwickelt. Dennoch besteht ein Mangel an Felddaten, die verschiedenste Orte, Riffbedigungen und Zustände dokumentieren und  es besser ermöglichen würden, das Funktionieren und die Prozesse von Korallenriffresilienz zu verstehen.

Um die natürliche Resilienz von Korallenriffen besser zu verstehen, untersucht Anna Koester im Rahmen ihres PhD-Projektes in Zusammenarbeit mit der Seychelles Islands Foundation die Einflüsse der letzten Korallenbleiche (2016) auf die Korallenriffe im Aldabra Atoll. Dafür werden Daten des Aldabra-Langzeitbeobachtungsprogramms mit Daten von kürzlich erhobenen zusätzlichen Beobachtungen ergänzt, die detaillierte Einblicke in die Entwicklung der Riffe nach der Bleiche ermöglichen. Dieser Ansatz wird das Wissen über Aldabras Riffe erweitern und somit den Schutz dieses Atolls durch angepasste Management Strategien verbessern. Zudem werden diese neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Faktoren der natürlichen Resilienz von Korallenriffen auch weltweit zum Schutz von Korallenriffen beitragen können.

Anna Koester wird die Ergebnisse ihrer Arbeit bei der Island Biology Conference (IBC) auf La Réunion im Juli 2019 im Form eines Posters vorstellen. Die IBC ist eine interdisziplinäre Konferenz, die Wissenschaftler*innen, Manager*innen und Vertreter*innen von Nicht-Regierungsorganisationen  in den Bereichen der terrestrischen und marinen Ökologie, Evolution und des Naturschutzes zusammenbringt. Gerade auf Inseln und Atollen wird schnell deutlich, dass der Schutz von Ökosystemen einem ganzheitlichen Ansatz folgen muss, um erfolgreich zu sein. Anna Koester möchte mit ihrer Teilnahme einerseits zum Wissensaustausch beitragen und will andererseits für ihren eigenen Forschungsansatz vom multidisziplinärem Input der Konferenz profitieren. Die Stiftung unterstützt sie dabei mit 900 Euro.