Mangroven auf Riffdachbereichen

Hannah von Hammerstein

Theresa-Marie Fett

Studentinnen im Masterstudiengang "ISATEC" an der Universität Bremen des Fachbereichs 2 (Biologie/Chemie) und des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenforschung, ZMT

https://www.uni-bremen.de/isatec.html

Anlass für das Projekt ist die Entdeckung relativ junger Mangrovenbäume auf einem Riffdach in der Nähe von Suva, Fidschi, deren Wachstum an dieser Stelle der Riffstruktur sehr ungewöhnlich ist und in der Literatur noch nie erwähnt wurde. Küstenbereiche und deren natürliche Strukturen wie Mangroven und Riffe sind, besonders in den Tropen, von mehrfacher Bedeutung. Sie dienen als wichtiges Habitat für juvenile Fische und zahlreiche weitere Organismen, welche von ökologischer und ökonomischer Signifikanz für die Regionen sind. Herabfallende Mangrovenblätter und Absonderungen von Rindenstoffen ins Wasser stellen eine Quelle von Nährstoffen dar. Durch die strukturelle Komplexität von Mangroven werden organische Materialien, Nährstoffe und Sedimente, die durch Flussmündungen eingetragen werden, angesammelt. Dies begünstigt die Bedingungen, welche benachbarte Habitate, wie zum Beispiel Korallenriffe, zum Gedeihen benötigen. Des Weiteren dienen Mangroven als schützende Strukturen vor Wellen und Stürmen, welche durch den Anstieg des Meeresspiegels und die Klimaerwärmung an Häufigkeit zunehmen und an Intensität gewinnen.

 

Hypothese ist, dass die Präsenz der Mangrovenbäume zu einem zusätzlichen Nährstoffeintrag und einer erhöhten Komplexität des Habitats führt. Um die Annahmen zu überprüfen, sollen chemische Analysen von Sediment und Nährstoffen im Wasser in Kombination mit Zählungen der ansässigen Fauna, insbesondere von Fischen und Seegurken, in der Umgebung der Mangrovenbäume durchgeführt werden. Als Vergleich dienen abgegrenzte Untersuchungsgebieten unter künstlichen Mangrovenimitaten, die die beiden Studentinnen vor Ort selbst bauen wollen. Diese Imitate ähneln den Bäumen in ihrer Struktur, jedoch geben sie keine Nährstoffeinträge durch Absonderungen in die Umgebung ab. So kann analysiert werden, welche der Effekte auf die biologisch-chemischen Veränderungen im Umfeld und welche auf die zusätzliche Komplexität des Habitats durch Struktur zurückzuführen sind.

Die beiden Nachwuchswissenschaftlerinnen gehen außerdem davon aus, dass auf Satellitenbildern weltweit weitere Bespiele dieses Habitat-Profils von Mangrovenbäumen auf Riffdächern zu finden sind und die Ergebnisse somit nicht nur lokale, sondern auch globale Relevanz haben.

Die KELLNER & STOLL-STIFTUNG hält den Ansatz von Hannah von Hammerstein und Theresa-Marie Fett u.a. deshalb für wichtig, weil es vermutlich vergleichbare Ökosysteme in anderen Teilen der Welt gibt, die von den Ergebnissen der Untersuchungen der beiden Studentinnen profitieren können. Die Stiftung fördert die beiden deshalb mit insgesamt 3.000 Euro.