Milchfische und Seegurken auf Sansibar

Brendan Elba

Masterstudent im Studiengang ISATEC (International Studies in Aquatic Tropical Ecology) im Fachbereich 2 (Biologie/Chemie) der Universität Bremen und des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenforschung

www.leibniz-zmt.de

https://www.uni-bremen.de/isatec.html

Große Probleme bei der zunehmend praktizierten Aquakultur bereitet der dabei entstehende Abfall. Wenn er nicht verantwortungsvoll behandelt wird, entstehen Schäden, insbesondere am umgebenden Ökosytem.

Milchfische sind besonders begehrt, bieten eine sehr gute Eiweißquelle und versprechen ein geregeltes Einkommen. Sie werden deshalb häufig gezüchtet. Allerdings produzieren gerade diese Fische besonders viel Abfall, sprich: Fäkalien. Es ist jedoch wegen der Erwerbsmöglichkeiten nicht sehr vielversprechend, Menschen in Entwicklungsländern zu überzeugen, auf andere, weniger schädliche Fischarten umzusteigen.

Vielmehr kann und sollte es eine Aufgabe sein, sich zu überlegen, was mit dem Abfall geschehen kann und wie die Zucht optimiert werden könnte. Dazu hat Brendan Elba eine Idee. Er wird u.a. in einer auch von der FAO (Food and Agriculture Organization) der Vereinten Nationen mit betriebenen bzw. unterstützten Aquakulturanlage auf Sansibar (siehe auch das Projekt von Nuri Max Steinmann) die Untersuchungen für seine Masterarbeit durchführen.

 

Es sind u.a. die Seegurken, die Brendan Elba interessieren. Denn diese können sich von den Abfällen der anderen Zuchtfische ernähren. Sie sind mindestens ebenso begehrt wie die Milchfische und könnten dazu beitragen, die Erträge aus der Aquakultur sogar noch zu steigern. Außerdem besteht die Möglichkeit, reichlich verfügbare Seealgen wie Sargassum oder Pressrückstände aus der Zuckerrohrgewinnung zuzufüttern, d.h. weitere Abfälle in der Zucht zu verwenden. Die Herausforderung besteht darin, hier das richtige "Mischungsverhältnis" zu finden. Genau darum geht es Brendan Elba.

Brendan Elba bezieht sein Vorhaben explizit auf das Erreichen der Sustainable Development Goals (auch dazu gibt es ein Projekt der Stiftung) der Vereinten Nationen. Er schreibt in seinem Antrag

  • Goal 1: No Poverty - supported by the large economic gains to be achieved from multi species aquaculture systems.
  • Goal 2: Zero Hunger - high output aquaculture systems have potential to alleviate massive local food deficiencies
  • Goal 6: Clean Water - reduction of escaped effluent from milkfish culture will have large positive effects on local waters.
  • Goal 8: Decent Work and Economic Growth - the facility has potential for expansion, provided that the systems remain effective. Larger, more integrated culture systems have potential to create many jobs
  • Goal 14: Life Below Water - Culture of sea cucumbers will allow stocks to recover, restoring balance to natural ecosystems

Die Arguemnte haben die Stiftung überzeugt, zumal dies Vorhaben ein bereits durchgeführtes Projekt, das die Stiftung unterstützt hat, sehr gut ergänzt. Deshalb wird der Aufenthalt von Brendan Elba auf Sansibar mit 1.250 Euro unterstützt.