Naturpark durch die Gemeinde verwaltet

Malin Delfs

Masterstudentin am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT)
und im Fachbereich 8 im Fach Geographie der Universität Bremen

www.leibniz-zmt.de

http://www.fb8.uni-bremen.de/forschung/fachinstitute/institut-fuer-geographie/

Im Englischen lässt sich leichter formulieren, worum es in dem Projekt geht: "Environmental Governance: People, Places and Protection".

Malin Delfs untersucht für ihre Masterarbeit den Five Blues Lake National Park in Belize. Dabei betrachtet sie ihn als sozialökologisches System, und zwar über den Zeitraum der letzten 28 Jahre hinweg. Ihre Fragestellung lautet: Was hat dazu geführt, dass sich die Geimeinde für den Naturschutz engagiert? Welche Unterstützung gab es und wo lagen die Hindernisse?

Das Besondere: Der Five Blues Lake National Park ist 1991 aus einer bottom-up Initiative der lokalen Bevölkerung heraus entstanden; er war der erste Park in Belize unter sog. "community-based conservation management", welches die lokale Bevölkerung als unabdingbaren Teil des Schutzgebiets versteht. Sie trägt Verantwortung und ist aktiv an der Ausgestaltung des Naturschutzgebiets beteiligt. Community-based conservation gilt als ökologisches Erfolgsmodell, jedoch gibt es vergleichsweise wenige evaluierende Studien über soziale und ökonomische Aspekte. Bevor es den Park gab, war die Gegend um das Dorf St. Margaret herum massiv von Raubbau und Abholzung geprägt.

Der einst degradierte und fragmentierte Wald wurde Teil des National Parks um den namensgebenden Five Blues Lake herum und konnte sich auf diese Weise erholen. Über die Hälfte der bewaldeten Flächen in Belize steht heute unter Schutzgebietstatus, wobei den Gebieten unter community-based conservation agreements qualitativ wie quantiativ in Belize eine besondere Rolle zukommt.

Malin Delfs möchte wissen, wie über den vergleichsweise überschaubaren Zeitraum von 28 Jahren ein Konsens innerhalb der Gemeinschaft darüber ausgehandelt wurde, welche Elemente der Umwelt auf welche Art und Weise geschützt werden sollten, und wie der Park sozial und ökonomisch in die Gemeinde eingebettet worden ist.

Folgende Aspekte sollen näher beleuchtet werden: verschiedene Partizipationsformen wie die passive Mitgliedschaft in der NGO Friends of Five Blues Lake, die konsultative Rolle, die entlohnte Mitarbeit oder die Funktion eines Entscheidungstreffers… . Interessant ist auch die nähere Betrachtung der Rolle einzelner Akteure bzw. Akteursgruppen: Frauen, Begründer des Parks, US-amerikanische Studierende während ihrer Semesterferien, Migranten aus Zentralamerika, Geldgeber, … .

Malin Delfs: "Mit meiner Forschung möchte ich dazu beitragen, die soziokulturellen Antriebskräfte in sozialökologischen Systemen besser zu verstehen. Zu verstehen, wie Partizipation in der Vergangenheit geglückt bzw. missglückt ist, ermöglicht eine bessere Einbindung und einen besseren social fit der Menschen in zukünftigen Umweltgovernanceprozessen."

Die Stiftung hält den Ansatz von Malin Delfs für wichtig, um künftig erfolgreicher und unter Einbeziehung der Betroffenen Naturschutz betreiben zu können. Sie unterstützt die Arbeit deshalb mit 1.000 Euro.