DAS GOLDENE PLIETSCH
Was ist DAS GOLDENE PLIETSCH? In Norddeutschland weiß man, "plietsch" heißt auf sympathische Art schlau, im Englischen entspricht dem wohl am ehesten smart oder clever. DAS GOLDENE PLIETSCH fragte in der letzten Ausschreibung nach klugen Ideen, die zur Umsetzung der 2025 verabschiedeten nachhaltigkeitsstrategie der Universität Bremen beitragen können. Aufgerufen waren alle Statusgruppen, ihre Vorschläge einzureichen. Die KELLNER & STOLL-STIFTUNG hat 2.000 Euro in den großen Fördertopf hineingegeben.
Förderkonsortium
Stiftung der Universität Bremen
zusammen mit den Treuhandstiftungen
KELLNER & STOLL-STIFTUNG FÜR KLIMA UND UMWELT
Manfred und Ursula Fluß-Stiftung
Iris und Hartmut Jürgens Stiftung
Hintergrund
Das Goldene Plietsch ist 2021 entstanden, als die Treuhandstiftungen zusammen mit ihrer Treuhänderin sich Aktivitäten rund um das 50jährige Jubiläum der Universität überlegt haben. Herausgekommen ist die Kampagne "Macht Sinn!", damals hin- -und hergeworfen durch Vorgaben in der Corona-Zeit.
Herausgekommen sind Podcasts, eine wunderbare Ausstellung und ein Wettbewerb für kluge Köpfe.
Letzterer hat mit seinem Pitch-Format allen so viel Spaß gemacht, dass 2023 eine Wiederholung unter etwas anderen Modalitäten erfolgte.
2025 nun wurde die Idee wieder aufgegriffen, dieses Mal jedoch in enger Kooperation mit der NKK-Kommission (Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Klimagerechtigkeit) der Universität Bremen. Idee war, zur Einreichung von Ideen aufzurufen, die für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie einen Beitrag liefern, sei es für den Campusbetrieb, in Forschung oder Lehre. Erstmals konnten alle Statusgruppen, also Mitarbeitende an der Universität, Studierende und wissenschaftliches Personal, ihren Vorschlag einreichen. Das gesamte Ideenpotenzial an der Universität sollte angezapft und ausgeschöpft werden.
Insgesamt wurden 26 Projekte eingereicht, aus denen dann über ein Vorauswahlverfahren der Jury, der jeweils ein Mitglied der Stiftung de Universität Bremen, der beteiligten Treuhandstiftungen und der NKK angehörten, zwölf Finalisten ausgewählt, die eingeladen wurden, ihren Ansatz in einem dreiminütigen Pitch am 28.01.2026 im Forum am Domshof vorzustellen. Jury und Publikum entschieden dann, wer aus dem vorhandenen Geld Förderung erhalten sollte. Dabei spielte die gewünschte Höhe keine Rolle. Es gab Vorhaben, die nur 700 Euro erbaten, anderen benötigten 5.000 Euro zur Umsetzung. Außerdem wurde ermittelt, welchen Favoriten die Jury hatte und welchen das Publikum.
Das Ergebnis
Von den zwölf Finalisten bekamen am Ende zehn eine Förderung. Insgesamt wurden über 26.000 Euro vergeben. Hier ein paar Beispiele: Prof. Jens Falta will Laptops, die wegen Windows 10 ausrangiert werden müssen, mit Linux und anderer Open Source Software weiterhin nutzbar machen. Prof. Rolf Drechsler möchte seine Comic-Figur Noerdman mit Energiefragen beschäftigen. Prof. Matthias Kluge, Mediäwist, möchte das erste Reforestationsprojekt der deutschen Geschichte weiter erforschen. Es ist nämlich keineswegs Carl von Carlewitz, wie bislang immer vermittelt, der die Nachhaltigkeit definiert hat. Sie ist viel älter. Dr. Thomas Janßen will mit geeigneten, kleinen Messgeräten herausfinden, was da eigentlich alles auf der Straße geht, fährt und vor allem, wie viele es sind. Dies alles soll statistisch ausgewertet werden und in Mobilitätskonzepte einfließen. Lisa Sophie Scholl verbindet Mittelalterforschung mit moderner Feinmechanik, indem sie Siegel erforscht, ohne diese physisch zu beeinflussen. Sie nennt es "Smarte Sphragistik". Ayla Sattilmis geht es in einem fächerübergreifenden Ansatz um das "Fair-teilen auf dem Campus". Sie möchte ihr interdiszipliänres Lehr- und Praxisprojekt weiter entwickeln. Bei Esther Feeken und Oliver Hinkelbein geht es ganz praktisch zu. Ihr "Gärtnern Mittenmang" zielt darauf ab, auf dem Campus in Kooperation mit NGOs Gärten anzulegen, die allen zugute kommen. Bei Raphaell Moreira geht es um die sog. Ewigkeitschemikalien - PFAS. Er möchte die "From Waste to Awareness: Circular Materials and PFAS-Free Campus Initiatve" vorantreiben, indem er aufzeigt, wo überall PFAS enthalten sind und dass es zu diesen Produktien Alternativen gibt. Jan-Hendrik von Stemm will eine Wandlungsstele errichten, die das Universitätsmotto "Come as you are" sichtbar macht und Menschen zeigt, wie sie sind. Last but not least war es Karen Albers, die mit ihrer "Mission Wattenmeer" überzeugte. Sie will ihr Konzept von einem "Educational Escape Room für Klimaschutz und Nachhaltigkeit" ausbauen und allen Interessierten zur Verfügung stellen.
Das Bild zeigt alle Mitwirkenden: Vorstand der Stiftung der Universität, Gewinner:innen, Teilnehmende, Jury.
Der Publikumspreis ging übrigens an Lisa Sophie Scholl, während Jan-Hendrik von Stemm den Jury-Preis gewann. Beide erhielten ihre Urkunden von den Vorständinnen der Stiftung der Universität, Kanzlerin Frauke Meyer, und Dr. Helga Trüpel.
