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Perspektiven eröffnen .... Nachhaltigkeit als Verpflichtung
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Barrieren energieeffizienter und energieflexibler KMU-Produktionen

Die Umsetzung energieeffizienter und energieflexibler Produktionssysteme in KMU ist komplex. Unterschiedliche Produktionsverfahren, Standortfaktoren und technologische Voraussetzungen führen zu kaum vergleichbaren Ausgangsbedingungen. Zudem wirken zahlreiche Stakeholder in Unternehmen auf die Gestaltung solcher Systeme ein. Ihre Interessen, Zielkonflikte und Einflussmöglichkeiten im Kontext energieflexibler Produktionssysteme sind bislang nur unzureichend systematisch untersucht. Das zu ändern, ist Jonas Hörnschemeyer angetreten. Die Stiftung unterstützt ihn aus den Mitteln der Härle-Förderung mit 2.500 Euro.

Antragsteller

Jonas Hörnschemeyer

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am

BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik

Fachbereich Produktionstechnik

Projektbeschreibung

In Zeiten zunehmender Umweltprobleme, begrenzter Ressourcen und wachsender gesellschaftlicher Verantwortung gewinnt die nachhaltige und energieeffiziente Produktion in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) immer stärker an Bedeutung. Der Klimawandel, der Verlust der Biodiversität und die Umweltverschmutzung verdeutlichen die Notwendigkeit, konventionelle Produktionsweisen grundlegend zu überdenken, um ökonomischen, ökologischen und sozialen Herausforderungen langfristig zu begegnen. Unternehmen stehen dabei vor der Aufgabe, Produktions- und Energiesysteme so zu gestalten, dass sie Ressourcen effizient nutzen, Emissionen reduzieren und gleichzeitig wettbewerbsfähig bleiben. Die zunehmende Volatilität erneuerbarer Energien erfordert darüber hinaus eine höhere Flexibilität industrieller Prozesse, um auf Schwankungen im Energieangebot reagieren zu können. Diese Energieflexibilität stellt einen zentrale Herausforderung der industriellen Transformation dar.

Das Projekt „Identifikation und Analyse von Stakeholdern und Umsetzungsbarrieren energieeffizienter und energieflexibler Produktionssysteme in kleinen und mittleren Unternehmen als Beitrag zur energetischen Transformation industrieller Produktion“ zielt darauf ab, die gesamte Akteurslandschaft zu erfassen und die wesentlichen Barrieren und Ursachen für die Umsetzung energieflexibler Maßnahmen in KMU zu identifizieren. Im Rahmen des Vorhabens werden empirische Erhebungen in Unternehmen verschiedener Branchen durchgeführt. Unter anderem ist der Besuch des All Electric Society Parks und der All Electric Society Factory in Blomberg geplant, wo ganzheitliche Ansätze zu den Themen Energieeffizienz und Flexibilisierung industrieller Prozesse umgesetzt sind. Darüber hinaus ermöglicht die Kooperation mit einem Unternehmen in Stuttgart den Zugang zu weiteren in der Region Eberdingen ansässigen Unternehmen, die im Rahmen von Befragungen und Datenerhebungen analysiert werden. So können technische, organisatorische und soziale Einflussfaktoren auf die Umsetzung energieflexibler Produktionssysteme aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden. Ergänzt wird das Projekt durch den Besuch eines Seminars, das den methodischen Rahmen vertieft und den Kontakt zu einer Vielzahl weiterer Stakeholder ermöglicht. Auf Basis der erhobenen Daten wird eine Analyse- und Clustersystematik entwickelt, die Stakeholdergruppen, Barrieren und Einflussfaktoren im Kontext der energetischen Transformation industrieller Produktion strukturiert.

Durch die systematische Analyse der beteiligten Stakeholder und ihrer Einflussmöglichkeiten werden Ansatzpunkte geschaffen, um Energieeinsatz, Ressourcennutzung und Emissionen in industriellen Prozessen gezielt zu reduzieren. Energieeffiziente und flexible Produktionssysteme ermöglichen eine bessere Integration erneuerbarer Energien, indem sie Lastverschiebungen und eine an die Verfügbarkeit regenerativer Energie angepasste Produktion unterstützen. Dadurch werden CO₂-Emissionen verringert und fossile Energiequellen substituiert. Gleichzeitig führt eine verbesserte Energie- und Ressourceneffizienz zu einer Entlastung ökologischer Systeme und trägt zur Schonung begrenzter Rohstoffe bei. Indem das Projekt soziale, organisatorische und technologische Barrieren sichtbar macht, fördert es die Entwicklung praxisnaher Strategien zur Transformation industrieller Prozesse. Die gewonnenen Erkenntnisse können KMU befähigen, resilienter auf Energiepreisschwankungen und regulatorische Veränderungen zu reagieren. Damit unterstützt das Vorhaben nicht nur den Klimaschutz, sondern auch die Anpassungsfähigkeit und Nachhaltigkeit industrieller Wertschöpfungssysteme.