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Perspektiven eröffnen .... Nachhaltigkeit als Verpflichtung
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Abwasserinfrastruktur auf Sansibar

Sansibar hat ein großes Problem mit schmutzigem Abwasser. Der Tourismus wächst schnell, aber die Natur ist sehr verletzlich. Jedes Jahr produziert die Insel 34 Millionen Kubikmeter Abwasser, doch weniger als 1 % wird in Kläranlagen gereinigt. An der Ostküste, wo viele Touristen Urlaub machen, gibt es überhaupt kein staatliches Abwassernetz. Hotels und Wohnhäuser nutzen einfache Gruben im Boden. Warum wird nicht mehr getan, um sich des Problems anzunehmen? Die Stiftung fördert die Beantwortung dieser Frage mit 1.500 Euro.

Antragsteller

Beatus Samson Mazigo

Masterstudent an der Universität Bremen

im Fachbereich Biologie/Chemie

Projektbeschreibung

Der Boden auf Zanzibar besteht aus porösem Korallenkalk. Das schmutzige Wasser läuft deshalb direkt in das Grundwasser. Das ist sehr gefährlich, weil das Grundwasser 95 % des Trinkwassers für die Menschen liefert. In einigen Dörfern zeigt die Wissenschaft bereits eine gefährlich hohe Verschmutzung. Die Süßwasserlinsen (Grundwasser) der Insel sind durch den Klimawandel, den steigenden Meeresspiegel und zu starke Wassernutzung gefährdet. Trotzdem passiert nichts, weil die Behörden schlecht organisiert sind und die Rechte der lokalen Bevölkerung oft ignoriert werden.

Das Ziel der Masterarbeit ist es, die Brücke zwischen der Wissenschaft und der sozialen Realität der Menschen zu bauen. Die zentrale Hypothese ist: Technische Daten allein können diese Krise nicht lösen. Die Blockade in der Politik existiert, weil die Bedürfnisse der Einwohner hinter den Interessen der großen Hotels zurückstehen müssen. Um das Problem zu lösen, müssen wir die Meinungen aller Gruppen verstehen und die Konflikte zwischen Tourismus und Bevölkerung offenlegen. Mit einer speziellen Interview-Methode (der Q-Methodologie) untersucht  Beatus Samson Mazigo die persönlichen Sichtweisen von Einwohner*innen, Hotelbetreiber*innen und Politiker*innen. Das Projekt zeigt genau, wo diese Gruppen die gleichen Ziele haben und wo die Meinungen stark auseinandergehen. Damit wird der Politik eine faire, wissenschaftliche Basis geliefert, um Blockaden zu verstehen und gerechte Lösungen für das Wasser zu finden.

Das Projekt möchte die bestehenden Risiken verringern, indem es politische Reformen unterstützt, u. a. das Zanzibar Water Investment Programme 2022–2027. Durch die Suche nach gemeinsamen Meinungen der Akteure möchte die Studie helfen, technische Lösungen einzuführen. Dazu gehören modulare Abwasserbehandlung und das Sammeln von Regenwasser. Das soll den Druck auf das Grundwasser stark reduzieren. Außerdem wird erwartet, dass ein besseres Abwassermanagement die Mangroven und Korallenriffe der Chwaka-Bucht vor Verschmutzung schützt. Weniger Schmutzstoffe im Wasser werden die marine Biodiversität stärken, damit sie widerstandsfähiger gegen Stressfaktoren wie die Korallenbleiche wird. Das sichert die langfristige Anpassung der Insel an den Klimawandel.